Pubertät und Jugend
Ab der weiterführenden Schule
Die erste ernsthafte Weichenstellung
Hier beginnt bei klassischem Ballett meist die Phase, in der ernsthaft in Richtung Professionalität selektiert werden kann – etwa durch vermehrten wöchentlichen Unterricht und/oder Aufnahmeprüfungen an staatlich anerkannten Ballettschulen, auch die an Ballettakademien angegliedert.
Bereits hier spielt die "natürliche Ästhetik" eine Rolle, die sich nicht in Zahlen wie beim Sport fassen lässt – wie jemand sich im Raum bewegt, ob eine Bewegung "mühelos" oder "bemüht" aussieht und eine gewisse Bühnenpräsenz schon im Kindesalter hat.
Jedoch wird hier noch nicht mit Spitzenschuhunterricht begonnen da die Wachstumsfugen am Fuß in der Regel bei Kindern erst im Alter von 12 Jahres schließen.
Hier ist auch anzumerken, dass Kinder in der Regel erst ab dem 12. Lebensjahr in einem Internat aufgenommen werden. Ebenfalls kann sich beim anstrebenden Schüler in der Pubertät vieles verändern.
Pubertät und Jugend (ca. 12–18 Jahre): Die entscheidende Ausbildungsphase
Dies ist die intensivste Phase der Ausbildung meistens mittels tägliches Training in verschiedene Tanzdisziplinen, oft an Ballett- oder Bühnentanz-Vollzeitschulen mit Internaten
Zu den körperlichen Bisherigen Voraussetzungen kommen nun verstärkt hinzu:
- Körperliche Belastbarkeit: Verletzungsprävention, Kraftausdauer, Rumpfstabilität
- Wachstum: Die Pubertät verändert Proportionen oft unvorhersehbar – ein Kind mit "perfekten" Voraussetzungen mit 10 kann mit 16 ganz anders aussehen, und umgekehrt
- Musikalität in der Bewegung: nicht nur im Takt tanzen, sondern Phrasierung, Dynamik und Nuancen der Musik körperlich interpretieren können
- Koordination auf hohem Niveau: Mehrfachaufgaben gleichzeitig lösen (Technik, Musik, Raumgefühl, Partnerarbeit, Ausdruck)
- Geistige Intelligenz: schnelles Merken komplexer Choreografien, Verständnis für Zählzeiten und Musikstrukturen, Fähigkeit zur Selbstkorrektur nach aufbauender Kritik
- Emotionale Intelligenz: Ausdrucksfähigkeit, Empathie für eine Rolle oder ein Thema, Bühnenpräsenz, aber auch psychische Belastbarkeit – Umgang mit ständiger Bewertung, Konkurrenzdruck, Körperbild
- Disziplin und Resilienz: die Fähigkeit, jahrelang tägliches Training durchzuhalten, Rückschläge (Verletzungen, Karriereabsagen) zu verarbeiten.