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Stilvergleich: Unterschiedliche Anforderungsprofile

Da das klassisches Ballett ein besonders systematisches, gut dokumentiertes technisches Vokabular bietet wird es von vielen Ausbilder wie Choreographen verschiedener Stile als Grundlage angesehen, denn es vermittelt extrem präzise Körperkontrolle, Ausrichtung ("Alignment"), Kraftkontrolle, Bewusstsein vom Körperlinien und Technik, die sich in viele andere Stile übertragen lässt.
Historisch sind Jazz Dance, Contemporary und Musical-Theatre-Tanz tatsächlich stark aus dem europäischen Ballett des 19./20. Jahrhunderts hervorgegangen.
Auch wenn gleich Flamenco aus der andalusischer Volkskultur sich völlig unabhängig von Ballett entwickelte, sind viele professionelle Künstler dankbar für ihre Klassische Vorausbildung.

Klassisches Ballett

Höchste Anforderungen an Proportionen, Rotation im Hüftgelenk, Spann und Gelenkigkeit; sehr Formstrenge Ästhetik (schlanke, langgliedrige Linien werden traditionell bevorzugt, auch wenn sich das langsam wandelt); extreme Präzision und Symmetrie; frühester und längster Trainingsweg (oft ab 3–4 Jahren, Vollzeitausbildung während der Regelschule ab etwa 11/12 Jahre Al; Internat ab 12

Modern / Contemporary Dance (Zeitgenössischer Tanz)

Weniger strenge körperliche Normen als Ballett; Schwerpunkt auf individuellem Bewegungsausdruck, Bodenarbeit, Atemsteuerung, Improvisation; emotionale Ausdruckskraft und Kreativität zählen oft mehr als klassische "Linienschönheit"; viele Contemporary-Tänzer und Tänzerinnen haben eine Ballettgrundlage, was ihnen einen Vorteil gibt aber bei natürlich talentierte Tänzer und Tänzerinnen ist das nicht zwingend.

Hip-Hop

Fokus auf Rhythmusgefühl, Groove, Musikalität im urbanen Sinn, Kraft, Explosivität, Individualstil und Battle-Kultur; Körperformen sind hier deutlich weniger normiert – Vielfalt an Körpertypen ist Teil der Kultur; Einstieg oft später möglich, informelles Lernen (Straße, Communitys, Videos) spielt traditionell eine größere Rolle als Akademien.

Jazz Dance

Verbindet technische Ballettelemente mit freieren, isolierten Bewegungen (Isolationen von Brustkorb, Hüfte, Schultern); hohe Musikalität, Energie, Showpräsenz; körperliche Anforderungen liegen zwischen Ballett und Hip-Hop.

Charaktertanz

Ursprünglich aus dem klassischen Ballett-Repertoire (stilisierte Volkstänze innerhalb von Ballettaufführungen); erfordert Ballett-Basistechnik, aber mit anderer Körperhaltung (geerdeter, weniger "en l'air"); hier zählt Charakterdarstellung und folkloristische Musikalität besonders.

Flamenco

Eigene, sehr spezifische Fußarbeit (Zapateado), Rhythmuskomplexität (Compás), starker Oberkörper- und Armausdruck; emotionale Intensität und Improvisation sind zentral; Körperform spielt hier eine deutlich untergeordnete Rolle – Ausdruckskraft und rhythmisches Können zählen mehr als Proportionen.